Goran Djurovic (Berlin)

Land unter

Goran Djurovic's Hauptbild im Zimmers zeigt ein Berlin in der dem Künstler eigenen ironisch-rätselhaft-skurril-poetischen Bilderwelt. Die Gedächtniskirche und das Brandenburger Tor ragen nur noch mit den Gebäudespitzen aus einem Meer, beäugt von ratlosen, einsamen Figuren auf einem Hügel. Metaphorische Ähnlichkeiten mit der realen Situation der Stadt drängen sich auf, zumindest aus der Sicht der Berlin-Pessimisten. 

„Mit fast psychoanalytischer Beharrlichkeit kreisen die Bilder von Goran Djurovic um Selbsttäuschungen, um das Scheitern des Menschen. „Mein Gott ist Dostojewski“ bekennt der Künstler. Djurovic´s Bilder sind Spiegelbilder der Gesellschaft, in denen Menschen mit ihren Sorgen, Hoffnungen und Träumen gezeigt werden, die sich nach Anerkennung, Freiheit und vor allem Freundschaft sehnen. Seine Arbeiten erreichen eine poetische Offenheit, die mit eigenwilliger Farbigkeit und gestischer Prägnanz beunruhigende, heterogene Realitätsebenen erschafft. Konfusionen und Verschachtelungen unvereinbarer Wirklichkeiten werden systematisch im Spiel der Maskierungen herbeigeführt. In vielen Bildern tragen die Protagonisten Masken oder der Betrachter erkennt nur bei genauem Hinsehen die Marionette oder den Automaten – den künstlichen Menschen oder das mechanische Tier – die gefangen sind in einer Rolle ohne eigene Identität. 

In paradoxen Verkehrungen und dem Verschmelzen ungleicher Realitäten entsteht eine gemalte Philosophie des skurrilen Scheiterns. Geschult an Melancholie und dem sarkastischen Lakonismus venezianischer Kunst wird in jedem seiner Bilder die Frage nach der Authentizität des menschlichen Lebens im Verhältnis zu seiner inneren und äußeren Natur von Neuem gestellt“ (auszugsweise zitiert aus: Kunstlexikon Hatje Cantz Verlag 2010).